Mit dem Motorrad nach Südfrankreich – Tag 3

9.6.2015

Der dritte Tag begann nach tiefem und erholsamem Schlaf mit einer Dusche und einem Besuch bei einem der örtlichen Bäcker, wo ich mir eine kleine Quiche und noch ein paar andere Leckereien besorgte, die mir als Frühstück und im Laufe des Tages als Stärkung dienen sollten. Nach diesem gemächlichen Start in den Tag stellte ich fest, daß weiter im Süden immer noch Regenwetter vorherrschte und daß außerdem mein Handtuch, welches ich zum Trocknen an einem Baum neben meinem Zelt aufgehängt hatte, inzwischen wohl den Besitzer gewechselt hatte. Ich bin wohl doch zu sehr von Hackercamps verwöhnt, wo einfach nichts weg kommt.

Da ich ja im Urlaub und nicht auf der Flucht war, ließ ich mir mit dem Aufbruch wieder Zeit und peilte als Ziel für die kommende Nacht Bourg-en-Bresse an.

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So konnte ich in aller Ruhe den sanften Windungen der D683 nach Baume-les-Dames und Besancon folgen. Im dortigen Decathlon (eine Art Supermarkt für Sport und Freizeit mit großer Auswahl und angenehm günstigen Preisen) erstand ich Ersatz für mein abhanden gekommenes Mikrofaserhandtuch, sowie einen Satz ordentliche Heringe. Letztere waren absolut nötig, da die schrottigen Drahtstifte, die bei meinem Zelt dabei sind, zwar sehr leicht krumm werden aber dafür auch kaum ins Erdreich eindringen wollen.
Derart gerüstet suchte ich meinen Weg weiter über Poligny, Lons-le-Saunier und bin schließlich nach guten 250km an diesem Tag in Bourg-en-Bresse eingelaufen.

Der städtische Campingplatz war eigentlich Teil des städtischen Freibades und hatte außerdem geschlossen, weswegen ich noch mal die Alternativen abwog und mich kurzerhand für den Campingplatz „La Grange du Pin“ entschied, der 17km außerhalb und fern jeglicher Verkehrswege an einem See liegt. Dort angekommen stellte ich fest, daß die Wahl eine gute gewesen war. Der Platz bot alle Annehmlichkeiten, wie warmes Wasser in den Sanitäranlagen und Strom zum Laden der elektronischen Gerätschaften.

Diese Aussage gilt nebenbei für alle bisher besuchten Campingplätze. Zur Nutzung der Steckdosensäulen auf französischen Campingplätzen ist allerdings noch ein Adapter notwendig, der die dreipoligen Buchsen auf die in Deutschland gebräuchlichen Schukostecker umsetzt. Das französische Stromnetz läuft genauso wie das deutsche bei 230V und 50Hz.
In Haushalten und Sanitäranlagen finden sich dagegen zumeist Steckdosen wie die nachfolgend abgebildete, die problemlos mit den meisten in Deutschland gebräuchlichen Steckern harmonieren:

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Die Heringe, die ich an diesem Tag neu gekauft hatte, erwiesen mir auf diesem Zeltplatz exzellente Dienste, da der Untergrund hier recht frisch aufgeschüttet, ziemlich steinig und zudem stark verfestigt war. Da gingen selbst die dicken Drahtstifte nur mit viel Hämmern ins Erdreich. Da die Wettervorhersage für die Gegend allerdings sehr günstig aussah, machte ich mir diesmal keine übertriebene Mühe mit dem Aufbauen und Abspannen des Zeltes.
Die Geräuschkulisse aus Grillenzirpen und Froschquaken wurde gelegentlich durch Unterhaltungen anderer Camper durchbrochen, die recht wenig Bewußtsein dafür hatten, daß Zelte nun mal nicht schalldicht sind. Ansonsten herrschte hier die pure Idylle und trotz der Nähe zum See ließ sich keine einzige Stechmücke blicken 🙂

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Ich hatte auf der Fahrt bei einem Hyper U (Supermarkt) Halt gemacht und war dort kurz an dem eindrucksvollen Biersortiment hängen geblieben:

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Daraus suchte ich mir ein „Telenn Du“ aus, welches ich mir zum Abendessen zusammen mit der Quiche aus Belfort schmecken ließ.

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Bald darauf entschlummerte ich wieder in einen ruhigen Schlaf, der nur kurz dadurch unterbrochen wurde, daß es für meinen Leichtschlafsack zu stark abkühlte und ich mir die mitgebrachte Decke drüber ziehen musste.

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