Tag 23 – Teil 1 – Kaiserwetter auf Nagarkot

Mittlerweile sind wir wieder zurück in Kathmandu und es ist an der Zeit, über den Ausflug nach Nagarkot zu rekapitulieren.

Kurz nach unserer Ankunft und dem Bezug unseres vorgebuchten Zimmers gönnten wir uns erst einmal ein leckeres Abendessen im Restaurant unseres Hotels, das ganz passend den Namen „Restaurant at the end of the universe“ trägt. Das Hotel bietet an, dass man gegen einen Obulus früh morgens mit einem Auto zu einem nahe gelegenen Aussichtsturm gebracht werden kann, um dort den Sonnenaufgang zu erleben. Diesen Dienst nahmen wir gerne in Anspruch, auch wenn es ein frühes Aufstehen (nämlich „fünf Uhr früh“) verlangte. Danach nutzte ich den Umstand, dass ich mein Stativ und zwei Photo-Blitze mitgeschleppt hatte und machte ein paar Photos auf der Spitze der Erhebung, auf der das Hotel errichtet ist. Dort befindet sich ein kleiner Tempel, der von einer weiten Aussicht umgeben ist. Dazu belichtete ich so lange wie möglich, um die Berge im Hintergrund sichtbar werden zu lassen und gab dem Tempel und seiner Umgebung mithilfe der Blitzlichter und unter Svenjas tatkräftiger Mithilfe das gewisse Etwas.

Der Tempel am Ende des Universums
Der Tempel am Ende des Universums

Nach dieser Aktion begaben wir uns zu Bett, um uns von der Anreise zu erholen und vor allem fit für den kommenden Morgen zu sein. Dem wurde jedoch ein Strich durch die Rechnung gemacht, da unsere Nachtruhe empfindlich durch laute Musik aus der unter uns liegenden Gaststube gestört wurde. Die wiederum wurde von zwei Partylöwen veranstaltet, deren einer selig vor sich hinschlummerte während der andere stark alkoholisiert bereits kurz davor war. Auf meine Bitte hin, die Musik etwas leiser zu machen, drehte Letzterer sie tatsächlich etwas runter, nur um sie wenig später noch lauter aufzudrehen. Das Spiel wiederholte sich so lange, bis wir die Schnauze voll hatten und schließlich in ein anderes Zimmer außer Hörweite des Störenfrieds umzogen.

Der Aussichtsturm von Nagarkot
Der Aussichtsturm von Nagarkot

Dieser Malus wurde aber am nächsten Morgen nach einem zu Recht morgenmuffligen Erwachen und einer holprigen Fahrt in einem für die Qualität der Strecke durchaus angemessenen Jeep von dem Spektakel des Sonnenaufgangs wieder mehr als wett gemacht. Wir kamen noch vor dem Morgengrauen zusammen mit einem jungen amerikanischen Pärchen und einem Japaner auf dem Parkplatz unterhalb des ehemaligen Armeewachturms an. Von dort begaben wir uns — mit einer Tasse Tee versorgt — über einige Stufen auf die Aussichtplattform. DerTurm entpuppte sich als recht wacklige Konstruktion, die ihren Zweck aber durchaus erfüllte und einen hinreichend stabilen Eindruck erweckte, dass ich mich mit Kamera und Stativ bewaffnet nach oben wagte. Die Aussicht war schon am Boden bombastisch und dort oben wurde sie schlichtweg majestätisch. Wir hatten das perfekte Wetter für unser Vorhaben. Am Himmel war keine Wolke zu sehen — über uns schwebten die Sterne in klarer Luft — und um uns herum hielt sich der Nebel nur in den Tälern und erlaubte somit klare Sicht bis zum Horizont. Dort präsentierte sich mittlerweile die erste Morgenröte.

Morgenröte
Morgenröte

Im Verlauf der kommenden Stunde spielte sich ein imposantes Schauspiel ab, während die Gipfel des Himalaya nach und nach immer mehr Licht einfingen und schließlich das ganze Massiv den halben Horizont ausfüllte.

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Nagarkot_Sonnenaufgang_04

Als die Sonne schließlich vollständig über den Horizont gekommen war, erstrahlten alle Gipfelspitzen in einem wundervollen Glanz.

Gipfelspitzenpanorama
Gipfelspitzenpanorama

Die Szene veränderte sich laufend, während die Sonne immer höher stieg und mittlerweile hatte sich auch eine beträchtliche Anzahl von Menschen eingefunden, die das Schauspiel ebenfalls bewunderten und auf alle möglichen Arten einzufangen versuchten. Leider konnten wir nicht mehr allzu lange vor Ort verweilen, da unser „Taxi“ wieder zur Rückfahrt rief, und so fuhren wir müde aber glücklich wieder zum Hotel zurück.

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